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Unterwegs zwischen Apartheid und Paradies

War es Zufall oder befand ich mich zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort? 10.000 km südlich von Kempen entfernt. Mein Herz habe ich in Afrika verloren und verbringe jährlich mehrere Wochen im Süden des Kontinents. Auf einer Gästefarm an der Grenze Namibia zu Botswana traf ich beim abendlichen Lagerfeuer einen Afrikaner, der mit seiner weißen Frau ebenfalls auf Reisen war. Wir kamen ins Gespräch. Und ich war erstaunt wie er in tadellosem Deutsch ohne Akzent sprach. Das machte mich neugierig. Wo hatte er das gelernt? Es war dieser eine Satz, als er mir antwortete, der mich die ganze Reise nicht mehr los ließ.

    „Ich war eines der 430 Kinder, die damals in die DDR geschickt wurden, 

     um den Sozialismus zu erlernen. Wir sollten die Elite Namibias werden“

Je mehr der Mann erzählte, desto mehr fing ich Feuer. Der Afrikaner gehörte zur Generation der legendären DDR-Kinder von Namibia, die ab 1979 unter Steuerung des kommunistischen Kuba den Sozialismus in Ostdeutschland erlernen und ins von Rassentrennung geprägten Afrika bringen sollten.

Die Unabhängigkeitsbewegung SWAPO, bis heute die stärkste politische Organisation Namibias, kämpfte in Südafrika für die Abschaffung der Apartheid und schickte ihre Kinder nach Europa in ein kommunistisches Land. Zwölf Jahre hatte der Lagerfeuer-Nachbar schließlich als Kind im Ostdeutschland von Erich Honecker „Nachhilfe“ in Sachen Kommunismus bekommen. 

Als die Mauer 1989 fiel und kurz darauf auch die Apartheid in Afrika dank SWAPO und Nelson Mandela abgeschafft war, ging es für den Wanderer zwischen den Welten und viele seiner Freunde wieder zurück in die alte Heimat Afrika. Zuhause waren diese Menschen nie, weder in Afrika noch in Europa. Sie waren immer unterwegs. Sie suchten das Paradies, mussten aber erkennen, dass die Welt zerrissen ist – egal ob südlich oder nördlich des Mittelmeers, links oder rechts der Mauer, oben oder unten in der Gesellschaft. So etwas wie Heimat haben sie nirgends gefunden, weder in Namibia noch im neobarocken Jagdschloss Bellin in Mecklenburg-Vorpommern. Dort wurden knapp 300 von rund 430 namibischen Flüchtlingskindern bis 1986 gedrillt – nicht nur ideologisch, auch mit dem Gewehr in der Hand. 

Das Schicksal dieser afrikanischen Flüchtlingskinder hat mich seitdem nicht mehr losgelassen. Neben vielen persönlichen Gesprächen habe ich recherchiert, gelesen, in den Archiven gestöbert, historische Stätten aufgesucht, Zeitzeugen befragt. Dieses Erleben habe ich nunmehr für die Ausstellung „Unterwegs“ im städtischen Kramer-Museum kreativ verarbeitet. 

Meine Installation umfasst acht Scheiben, die teilweise bemalt, teilweise beschriftet  und in bestimmter Formation aufgestellt sind. Das Material Glas steht einerseits für Transparenz, andererseits für das Fragile, die Brüche. Wer Glas zerbricht, schneidet sich. Blut und Verletzlichkeit, Glätte und Rauheit spiegeln sich in den deutsch-afrikanischen Begegnungen. Ein Scherben-Gericht? Die Installation ist in meinem Altstadt-Atelier entstanden. Immer wieder habe ich mich aber auch mit dem Raum beschäftigt, der mir im Kramer-Museum zur Verfügung gestellt worden ist. Ist es auch hier wieder Zufall, dass dieser Raum auch in Schloss Bellin sein könnte? Die Proportionen und Blickachsen sind auf diesen Raum ausgerichtet. Das Urteil bildet sich der Betrachter selbst. Ich bin sehr gespannt, was meine Installation in Kempen auslöst.

Edith E. Stefelmanns

 

 

 

DSC00216Realisierung der Skulptur

-Imaginäre Verbindung-

für das Gebäude S15
Schorndorfer Str. 15
47906 Kempen

DSC00191

Cortenstahl, 400x40x40cm
320x40x40cm

 

 

Gastkünstlerin im Atelier JRS
www.atelier-jrs.de

vom 1.4.2016 – 31.3.2018

Gelsenkirchen, Ruhrst. 11a
Öffnungszeiten jeweils Do. 16-20h
Objekte und Installationen

In Planung:
S15 – Schorndorfer Str. 15, Kempen (Aussenbereich)

Modell 40x4x4cm (einzelne Stele)

Original 400x40x40cm
Cortenstahl, 2016

Zum Tag des offenen Ateliers J-R-S, Gelsenkirchen

Einladung

Permanente Kunst im öffentlichen Raum
St. Josef, Kempen

Kreuz, 230x150x15cm,
Acryl hinter Acrylglac auf Holz, 2006

St. Peter, Kempen
4 Postamente aus gewalztem Stahl, Acryl Spachtelmasse, vergoldet

St. Augustinus, Düsseldorf-Eller


Kreuz im Quadrat, 188x188x4cm,

Acryl-Spachtelmasse auf MDF

Gnadenkirche, Mülheim-Heißen

 

Triptychon, Acryl hinter Acrylglas,
50x100cm, 100x100cm, 50x100cm, 2007

Hospital zum Heiligen Geist, Kempen

Altar-Kreuz, Acryl hinter/zwischen Acrylglas
2 x 60x60cm hintereinander mit Abstand von 1cm
an Stahlseil aufgehängt, 2009

Ehem. Städt. Betriebsamt, Kempen

ohne Titel

Acryl hinter Acrylglas,

180x240cm, 2012

Hospital zum Heiligen Geist, Kempen

 

Wege des Lebens
5teilig, Acryl hinter Acrylglas
180x360cm, 2009